Trauerbegleitung_I

SEELEN TRÄNEN 

TRÄNEN IN DER SEELE KANN MAN NICHT SEHEN –  SIE SIND GANZ STILL UND LEISE UND WAHRSCHEINLICH DESHALB SCHMERZEN SIE UM SO MEHR © Sandra Oelsner

  • Meine Hoffnung zerbrach in Tausend kleine Stücke. Jedes davon fühlte sich wie ein Pfeilspitze an, die sich in mein Herz und Haut bohrte.
  • Es war die Hoffnung, dass meine Intuition falsch lag. Ich verschloss meine Gefühle schob jeglichen Gedanken zurück. 
  • Wochen oder Monate vor dem Suizid, ich habe jegliches Zeitgefühl verloren, beschlichen mich bei der kleinsten Verspätung seinerseits, dauernd die Gedanken: «Hoffentlich hat er sich nichts angetan.» Ich versuchte darauf hin meine Gedanken zu stoppen. Verbot mir selber diese Gedankenrichtung.
  • Atmen, atmen konnte ich nur während unsere gemeinsamen verbrachten Zeit. Waren wir getrennt, hatte ich das Gefühl, den Atem anzuhalten.
  • Es klingelte an der Türe. Ich wusste genau wer davor stand. Ich wusste genau, wie die Nachricht lautete. Und doch war da die kleine Flamme der Hoffnung, es wäre ein Irrtum. 
  • In Sekunden erlosch die Flamme der Hoffnung und zurück blieb der Schmerz und das nicht anhalten wollende Gedankenkarussell. 
  • Man hat mich auf den Tod meiner Partnerin vorbereitet. Sie erlag ihrer Krankheit. Ich schaffe es einfach nicht, den Tod von ihr zu verarbeiten und habe im Alkohol Trost und Wärme gesucht. Es sind die Bilder vom Leidensweg wo mich heimsuchen. 
  • Etwas in mir will gehört werden. Meine Pläne, Träume und Visionen wollen sichtbar werden. Wie kann ich das verlorene zurückholen und meinen Schmerz miteinbeziehen um vorwärts zu gehen? 

Als Teenager von 12 Jahren, kam ich zum ersten Mal in Berührung mit dem Verlust eines Menschen. Ich kannte die Person nicht. Wurde aber aus mir unbekannten Gründen in die Ermittlungen mit einbezogen. Ich erfuhr, dass mein Name im Zusammenhang dieses Falles genannt wurde. Ich schrieb diesem Ereignis keine tiefere Bedeutung zu. 

Im Laufe der Jahre kamen vermehrt Menschen in mein Leben, die den Verlust einer geliebten Person zu verkraften hatten. Die Umstände waren für die Hinterbliebenen immer unverständlich. Das Ganze war mir unheimlich und ich weigerte mich eine lange Zeit, mich als Gesprächspartnerin zur Verfügung zu stellen.  

Bis zum 20. Aug. 2000. Das war der Tag, als meine Gesundheit in den Streik trat. Erst eine Operation und das anschliessende Gespräch mit dem Arzt, brachte mich darauf, dass mehr in mir steckt als bisher von mir angenommen. Ich weiss noch seine genauen Worte: «Sie strahlen Geborgenheit und Ruhe aus. Der Gesprächspartner fühlt sich sofort von Ihnen angenommen, so wie er ist. Das ist eine Begabung, die dürfen Sie nicht ignorieren.» 

Ich bin die Manuela, Jahrgang 1968 und  wohnhaft in Chur. Auf meinem Lebensweg stolperte ich immer über das Thema Trauer und Kommunikation. Meine besuchten Kurse, Workshops oder auch Gespräche, um das besser verstehen zu können, drehten sich immer über die äussere Wahrnehmung. Das war für mich unverständlich. Man kann doch die innere Wahrnehmung – Gefühle nicht einfach übergehen. Denn das ist meiner Ansicht nach das essenzielle. Ich stellte mir Fragen wie und woraus entsteht das Stressgefühl – das Angstgefühl? Was hat es mit der Balance zwischen Bewusstsein, Unterbewusstsein, Seele / Gefühl, Körper, Natur und vielem mehr, gemeinsam?  

Als ich offen und bereit war mich als Trauerbegleiterin zur Verfügung zu stellen, fand ich meinem Kurs. Cert. Integral Coach. 

Es gibt keine abschliessende Antwort, welche auf jeden Menschen zugeschnitten ist. Die Facetten des Schmerzes, der Angst oder welcher Ausdruck auch immer für den Menschen stimmt, ist für den einzelnen einfacher zum Aushalten. Man kennt es und weiss wie man es im Schach halten kann. Das Unbekannte grosse, was erwartet mich hinter meinen Gefühlen, wie gehe ich überhaupt mit dem um, lässt viele in ihrer Starre verharren.  

Und plötzlich hörst du das leise wispern deiner Seele. Lebe, sei Glücklich, Liebe, Vergebe, steige aus deinem Hamsterrad….. dann Ergreife meine Hand.